Es würde den Suchmaschinen viel einfacher
fallen, die richtigen Seiten ganz nach oben zu bringen, wenn die Absicht des Suchenden
bekannt wäre. Aber was will jemand wissen, der nach DVD sucht? Will er einkaufen?
Sucht er DVD-Filme oder ein DVD-Gerät? Will er mehr über den DVD-Standard
erfahren?
Was Google seit Ende 2003 tut, ist, je nach Suchbegriff unterschiedliche
Programme anzuwenden, welche die Reihenfolge der Suchergebnisse bestimmen. Je
nachdem, ob Google annimmt, dass es sich beim Suchenden um jemanden handelt, der
genau weiss, was er will (z. B. „Sony DVD xy“) oder um jemanden, dessen
Suche Verschiedenes bedeuten könnte (z. B. bei der Suche nach „DVD“),
werden die Kriterien, die bestimmen, wer die Nummer 1 ist, anders gewichtet.
Googles Strategie: Jedem das geben, wonach er sucht. Suchmaschinen-Tricks schaden mehr, als sie nützen. |
Wenn auf einer Internetseite ein Link auf eine andere Seite gesetzt wird, wertet Google den entsprechenden Linktext als Empfehlung. Google geht davon aus, dass der Linktext einen Hinweis darauf gibt, dass die Seite, auf welcher der Link gesetzt wurde, etwas mit dem Begriff des Linktextes zu tun hat. Nun hat es aber immer mehr Firmen gegeben, die Tausende von Links auf nicht relevanten Seiten erbeten, erstellt oder gekauft haben, um eine gute Position zu erhalten. Dadurch kamen immer mehr auch nicht relevante Seiten unter die ersten Eintragungen. Um dem einen Riegel vorzuschieben, hat Google Anpassungen vorgenommen, um zu entscheiden, ob die Seite, auf der ein Link angebracht wird, auch relevant ist, um als Empfehlung zu gelten. Wenn also auf einer Seite mit einer Beschreibung über ein DVD-Gerät ein Link auf einen anderen Internetauftritt verweist, und der Linktext wäre Viagra, dann geht Google nicht mehr davon aus, dass es sich bei diesem Link wirklich um eine relevante Empfehlung handelt.
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Am 23. April 2003
kaufte Google ein kleines Unternehmen (Applied Semantics), dessen Technologie
seither Google stark beeinflusst hat (wir berichteten darüber in unseren
Suchmaschinen
News). Applied Semantics hatte sich darauf spezialisiert, Systeme zu entwickeln,
die herausfinden, worum es sich beim Inhalt einer Seite handelt. Unter anderem
wurde die AdSense
Technologie entwickelt, um die bezahlbaren Werbeeinblendungen von Google auf
andere Internetauftritte auszudehnen. In diesem System kann sich jeder Betreiber
eines Internetauftritts anmelden, und Google blendet dann auf dem teilnehmenden
Internetauftritt Werbetexte ein, die zum Inhalt der entsprechenden Seiten passen.
Dazu erkennt Google automatisch, um was für Inhalte es sich auf den jeweiligen
Seiten handelt. Die eingesetzte CIRCA Technologie versucht die unterschiedlichen
Bedeutungen eines Begriffs (wie z. B. das Wort DVD) zu erkennen. In Analogie dazu
versucht Google nun (mit unterschiedlichem Erfolg) bei allgemeinen Begriffen unterschiedliche
Bedeutungen bei den ersten 10 Suchergebnissen aufzulisten, um eine Auswahl zu
bieten.
Das Seiten-Rating (bzw. der Pagerank,
den Google jeder Seite zumisst) hat an Bedeutung verloren. Seiten mit Links zu
anderen wichtigen Seiten im selben Umfeld (wie es klassischerweise Verzeichnisse
tun) profitieren davon.
Neben den erwähnten Änderungen, hat
Google auch weitere kleinere Anpassungen vorgenommen, um die Anwendung von Tricks
zur Beeinflussung der Suchmaschinen zu verhindern. Auf zu vielen Foren und Internetseiten
werden Tricks angeboten, wie Suchmaschinen überlistet werden können.
Google musste darauf reagieren. Solche kleineren Anpassungen sind ein Teil der
ständigen Bemühungen von Google, die Suchergebnisse zu optimieren. Wer
aber mit den Suchmaschinen arbeitet, statt gegen sie, ist selten davon betroffen.
Hier gelangen Sie zum 3. Teil: Auswirkungen
für Ihr Unternehmen

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